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18.01.2019, 11:43 Uhr

SPD-Vorschlag zur Ortsumgehung stößt auf Ablehnung in Alt-Marl und Drewer-Süd

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte auf dem CDU-Neujahrsempfang mit seiner Äußerung zur Ortsumgehung in Alt-Marl für Aufsehen gesorgt. Die Marler SPD skizzierte daraufhin zum ersten Mal ihren Lösungsvorschlag für eine Ortsumgehung in Alt-Marl.


Insbesondere der CDU Ortsverband Alt-Marl steht dem SPD Vorschlag sehr kritisch gegenüber. „Wir haben uns seit 3 Jahren sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und mit den Bürgern und der Bürgerinitiative gesprochen. Nach wie vor sehen wir unseren Lösungsvorschlag, der eine Aufhebung des Bundesstraßen-Status ab der AS Marl-Frentrop und eine Umleitung der Verkehre über das Autobahnkreuz Marl-Nord vorsieht, als die wirtschaftlichste und auch am schnellsten umsetzbare Alternative an,“ führt die stellv. Ortsverbandsvorsitzende Jennifer Ammersilge aus.
„Der von der SPD jetzt in die Diskussion eingebrachte Vorschlag würde zu einer dutzendfachen Enteignung von Anwohnern und Landwirten an der Rennbachstraße, Leusheider Weg und der Rottstraße in Frentrop führen und ist aus umwelt- und wirtschaftspolitischen Gründen abzulehnen“, ergänzt das CDU-Ratsmitglied aus Alt-Marl, Peter Gesser. „Die von der SPD vorgeschlagene Trassenführung verläuft quer durch das Landschaftsschutzgebiet Rennbach. Vor diesem Hintergrund könnte auch die Erweiterung der Industrieansiedlung (Saria) in Frentrop wieder in die Diskussion kommen. Und das ist eine Entwicklung, die von der Mehrheit der Alt-Marler Bevölkerung, aber auch dem Regionalverband Ruhr, abgelehnt wird.“
Im Bereich Drewer-Süd stößt die von der SPD vorgeschlagene Streckenführung ebenfalls auf Ablehnung. Eine Sperrung der B 225 für den Schwerlastverkehr in den Nachstunden, eine neue Fahrbahndecke mit Flüsterasphalt und passive Lärmschutzmaßnahmen, würde die Wohnqualität aller Anwohner erheblich verbessern, so Andreas Kolk, Ratsmitglied und Vorsitzender der CDU-Drewer-Süd. Es müssen jetzt Alternativen geschaffen werden, die auch mittelfristig umgesetzt werden können. Eine weitere Straße durch Naherholungsgebiete, teils nur wenige Meter parallel zur jetzigen B 225 kann doch niemand ernsthaft wollen. Vorschläge, deren Realisierungen - wenn überhaupt - erst in 20 bis 30 Jahren möglich wären, braucht hier kein Mensch, so Kolk.
Der OV Alt-Marl hat nach der Diskussion um den Bundesverkehrswegeplan und der damit einhergehenden Diskussion in der Bevölkerung zum Anlass genommen, das Thema intensiv zu beleuchten. In einem 40-seitigen Konzept- und Arbeitspapier zur Ortsumgehung in Alt-Marl wurde der Stand der Diskussion und auch mögliche Alternativen zur im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Trassenführung aufgenommen. Dieses Arbeits-/Konzeptpapier wurde bereits im vergangenen Jahr an das Bundesverkehrsministerium zur Information weiter geleitet und liegt dem NRW-Verkehrsministerium ebenfalls vor.

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