CDU-Stadtverband Marl

Gibt es eine Alternative zum Röttgershof?

CDU fragt nach Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Sanierung gegenüber einem Neubau

Es gibt nur wenige Themen im Sozialbereich, die in Marl in den letzten Jahren so ein Streitthema waren, wie die Zustände am Röttgershof an der Langenbochumer Straße. Vergaben in der Flüchtlingshilfe engagierte Marler Bürger vor der Verleihung des Grimme-Preises 2015 dem Bürgermeister noch den „Schimmel-Preis“, um auf Bauschäden in der genannten Asylbewerberunterkunfthinzuweisen, so steht nun ab April eine umfassende Sanierung des Gebäudes an.
Für die CDU Marl ist eine Sanierung überfällig, jedoch auch ein Anlass nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Sanierung gegenüber einem Neubau an anderer Stelle nachzufragen. Für die Sanierung von Asylbewerberunterkünften sind für das Jahr 2017 laut Haushaltsplan 100.000 Euro eingestellt. Für die Folgejahre sind jeweils weitere 800.000 Euro eingeplant. In der Sanierungs- und Investitionsliste der Stadt Marl (Stand November 2015) wird mit einem Bedarf von ca. 2 Mio. Euro für die Sanierung des Röttgershofes gerechnet.
Die CDU möchte nun wissen, mit welchen tatsächlichen Kosten bei einer Sanierung des Röttgershofes ausgegangen werden muss und wieviel ein Neubau an anderer Stelle kosten würde. Ebenso solle die Verwaltung prüfen, ob nicht bestehende Sammelunterkünfte stärker genutzt werden können. Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung müsse die Aufgabe des Röttgershofes und seine gleichzeitige Vermarktung mit einbezogen werden.
„Werden Schulen oder andere städtische Gebäude saniert, stellt sich immer die Frage, ob ein Neubau nicht wirtschaftlicher wäre. Dies sollte aus unserer Sicht auch hier der Fall sein“, erläutert der CDU Vorsitzende Thomas Terhorst den Vorstoß seiner Partei.
Dass er selbst kein Freund des Standortes ist, macht der junge CDU Vorsitzende deutlich: „Bei der Unterbringung von Flüchtlingen, muss die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.
Ich frage mich, wie das bei der Unterbringung im Außenbereich, bei der man auf gute ÖPNVVerbindungen angewiesen ist, möglich sein soll.“ Die Flüchtlinge befänden sich damit nicht nur sinnbildlich am Rande der Gesellschaft.
Aufgrund der entspannten Flüchtlingssituation habe die Stadt nun die Gelegenheit sich in Ruhe mit dem Thema zu beschäftigen und ggf. Alternativen zu suchen.