Zu einem Meinungs- und Gedankenaustausch trafen sich Vertreter der CDU Marl mit dem Verein für Solar- und Windenergie im Hans Katzer Haus. Während der Verein die Nutzung der Windenergie vor Ort befürwortet und Aufklärungsarbeit leistet, setzt sich die CDU für eine Steuerung des Ausbaus der Windenergie auf Marler Stadtgebiet ein.
v.l.n.r.: Klaus Wehling, Wigbert Sperling, Marvin Watermann, Thomas Terhorst Auf anderen Themenfeldern der Erneuerbaren Energien fanden sich jedoch deutliche Gemeinsamkeiten. Mit einer Fülle von Ideen schlug der CDU Vorsitzende Thomas Terhorst ein Engagement der Stadt im Bereich der Solarenergie, Biomasse, Geothermie und Speichermöglichkeiten vor, das auf ungeteilte Zustimmung stieß.
Thomas Terhorst: „Um zu erkennen, was im Bereich der Solarenergie und Biomasse möglich ist, so lohnt ein Blick nach Gelsenkirchen.“ Hier würde bereits seit fast 10 Jahren ein Solardachkataster seitens der Stadt geführt, aus dem das Netzwerk solarGEdacht, eine Initiative aus Gelsenkirchener Banken, Handwerksbetrieben, Wohnungsbaugesellschaften und dem örtlichen Energieversorger, hervor gegangen ist, die dazu dienen soll, Eigentümer von geeigneten Gebäuden über die Möglichkeiten der Solarenergienutzung zu informieren, zu beraten und in der Umsetzung zu unterstützen. Ein Solardachkataster sowie eine Solar-Initiative können sich die Gesprächsteilnehmer auch für Marl vorstellen.
Im Bereich der Biomasse wird seit dem vergangenen Jahr auf der alten Zechenanlage „Hugo 2/5/8“ in Marls Nachbarstadt ein 22 Hektar großer Biomassepark betrieben. Nach Angaben des Betreibers RAG die „erste großflächige Kurzumtriebsplantage in einem europäischen Ballungsraum“. An dem Projekt sind neben der RAG, die Stadt Gelsenkirchen, das Umweltministerium und der Landesbetrieb „Wald und Holz“ NRW sowie die Ruhr-Universität Bochum ausführend und beratend beteiligt. Die Parkanlage erfüllt hierbei verschiedene Ziele: Neben dem Ausbau der Biomasse als erneuerbare Energie dient der Biomassepark den Bürgern Gelsenkirchens als Freizeit- und Erholungsraum. Aus Sicht des Marler CDU Vorsitzenden Thomas Terhorst käme für eine ähnliche Anlage die Brinkfortsheide mit Blick auf die IGA 2027 und städtische Brachflächen in Betracht.
Die Entwicklung von ehemaligen Bergwerksflächen spiegelte sich auch in einer Diskussion um die Gewinnung von Geothermie, Grubengas und Pumpspeicherkraftwerken wieder.
Im Bereich der Nutzung von Geothermie auf AV 3/7 hoffen die Gesprächsteilnehmer auf einen neuen Sachstandsbericht seitens der Verwaltung. Einig war man sich darin, dass es doch sehr widersprüchlich sei, wenn der Mehrheit des Stadtplanungs- ausschusses der Antrag der Grünen aus der Sitzung vom 09.02.2017 nicht weit genug ginge, man diesen dann aber ablehne, statt ihn nach eigenen Vorstellungen zu erweitern. Die CDU Fraktion hatte dem Antrag zur Förderung von Geothermie auf AV 3/7 zugestimmt.
Zu guter Letzt kamen die Themen „Grubengas“ und „Energiespeicher“ zur Sprache. Während Grubengas bereits seit vielen Jahren aus ehemaligen Bergwerksschächten gefördert wird und einen Anteil von 5 % an den Erneuerbaren Energien haben, befinden sich Pumpspeicherkraftwerke im ehemaligen Steinkohlebergbau noch in den Kinderschuhen. Bereits vor knapp drei Jahren wurde erstmals die Diskussion um ein untertägiges Pumpspeicherkraftwerk im offenen System geführt. Hierbei könne laut eines Professors der Ruhr-Universität Bochum AV Schacht 8 mit seiner Nähe zum Wesel-Datteln-Kanal und der Lippe punkten.
Der Stadtverbandsvorsitzende Thomas Terhorst bedankte sich bei dem Verein für Solar- und Windenergie für das offene und konstruktive Gespräch und versprach, dass seine Partei die wesentlichen Ergebnisse im Stadtplanungsausschuss thematisieren werde.