CDU-Stadtverband Marl

Volles Haus bei SPD und CDU

Redner teilten bei Heringsstipp, Brathering und Pellkartoffeln kräftig aus

von Jürgen WolterHÜLS/HAMM. Beim Essen sind sie sich einig, in der Sache keineswegs: Heringsstipp und Brathering mit Brat- oder Pellkartoffeln standen beim politischen Aschermittwoch auf der Speisekarte der Marler SPD und CDU. Ansonsten wurde aber kräftig ausgeteilt.

Die Bundestagswahl im Herbst und vor allem die NRW-Landtagswahl im Mai werfen ihre Schatten voraus.

Rund 200 Gäste konnte die SPD im Ernst-Reuter-Haus begrüßen, wo die Landtagskandidaten Carsten Löcker und Hans-Peter Müller und Bundestagsabgeordneter Michael Groß ihre Parteigenossen auf das Thema Landtagswahl und Bundestagswahl einstimmten und Bürgermeister Werner Arndt eine positive Bilanz der politischen Lage in Marl zog.

Die Entwicklung des ehemaligen Bergbaustandortes Auguste Victoria (AV) 3/7, die Ansiedlung des Metro-Logistikzentrums und die Vermarktung des interkommunalen Gewerbeparks Dorsten-Marl nannte Arndt als Erfolge der städtischen Wirtschaftspolitik. „Auch in Hüls werden sich demnächst neue Perspektiven ergeben“, kündigte er an.

Bettina Hartmann und Andreas Täuber hatten die Gäste zuvor noch karnevalistisch begrüßt.

War es bei der SPD wegen der vielen Besucher schon ein wenig eng, so hatte die CDU noch reichlich Platz. Das lag aber an der Größe des Saales, in dem sich knapp 400 Gäste eingefunden hatten: Die Christdemokraten waren zum ersten Mal in die Victoria-Event-Halle gezogen, um ihren politischen Aschermittwoch abzuhalten. Der bekam an den festlich gedeckten Tischen schon fast Bankettcharakter. Deutliche Worte fielen aber auch hier.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Thomas Therhorst, Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe, MdL Josef Hovenjürgen, Landtagskandidat Patrick Rohmann und Gastrednerin Ina Scharrenbach, die Obfrau im Untersuchungsausschuss des Landtages zur Silvesternacht 20215/16, ließen kein gutes Haar am politischen Gegner und setzten auf das Thema Innere Sicherheit. Für Marl forderte Terhorst die Ausweisung von Windvorrangzonen, damit die Stadt in Sachen Windkraftanlagen die Planungshoheit behalte. Außerdem kritisierte er das Vorgehen des Rates in Sachen Abschaffung der Beigeordneten. Dezernentin Dr. Barbara Duka, die seit 16 Jahren in Marl arbeite, sei regelrecht vorgeführt worden, kritisierte er: „So geht man mit Menschen nicht um“, sagte Thomas Terhorst.